Für eine Zukunft ohne AIDS

15.07.2010

Während der Internationalen AIDS-Konferenz (AIDS 2010) in Wien geht es World Vision, Mitveranstalter des internationalen Fachsymposiums „Kinder und AIDS“, vor allem um die Anliegen der von HIV betroffenen Kinder und Jugendlichen. Mit einem von World Vision initiierten Fotoprojekt setzen sich betroffene Jugendliche aus Bosnien & Herzegowina und der Russischen Föderation für verbesserten Zugang zu Präventionswissen und Aidsbehandlung ein.

Bei einem Pressegespräch in Wien präsentierten sechs der Jugendlichen die Fotoausstellung, die rund um die internationale Konferenz als Wanderausstellung in Österreich gezeigt wird. World Vision ruft dazu auf, die Jugendlichen bei der Internationalen Aids-Konferenz in Wien zu unterstützen. Im Rahmen der Kampagne „Mach’ mit! Für eine Zukunft ohne AIDS“ können unter www.worldvision.at E-Cards mit den Motiven der Jugendlichen versendet werden. Eine daran angeschlossene Petition soll politisch Verantwortliche zu mehr Verantwortung im weltweiten Kampf gegen die Infektionskrankheit aufrufen.

HIV-Krisenregion Osteuropa und Zentralasien

Weltweit und insbesondere in Osteuropa und der Russischen Föderation sieht World Vision gravierenden Nachholbedarf bei der Präventionsarbeit mit Jugendlichen. „Jugendliche sollen sich selbst und ihre Peers (Gleichaltrigen) vor einer HIV Infektion schützen können. Sie haben das Recht, an Entscheidungsprozessen, welche die weitere Ausbreitung von HIV/AIDS betreffen, teilzunehmen, und sich für eine verbesserten Zugang zu Präventionswissen und zu Aidsbehandlung einzusetzen“ – so die Kernbotschaft von World Vision zur Internationalen AIDS Konferenz.

Die Region Osteuropa und Zentralasien ist von der weltweit höchsten HIV-Neuinfektionsrate betroffen. Waren es 2001 noch 900.000 HIV-Positive, so stieg die Zahl der Betroffenen laut UNAIDS 2008 auf rund 1,5 Millionen an. Drei Viertel der Neuinfektionen betreffen dort junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren. In dieser Region ist World Vision in 14 Ländern tätig und hat eine Strategie zur HIV/AIDS Prävention entwickelt, die auf den Erfahrungen in Afrika aufbaut.

„Sowohl in Bosnien als auch in Russland geht es um die Überwindung von Diskriminierung und Stigma. Einer der Teilnehmer an unserem Fotoprojekt, ein HIV-positiver Junge, sagte: `Die Menschen sterben hier nicht an AIDS, sondern an der Einsamkeit, die damit einhergeht`. Er wurde von seinen eigenen Eltern ausgeschlossen, da sie nicht wussten, wie sie mit der Krankheit umgehen sollen. Wir müssen daher einerseits die Jugendlichen selbst aktivieren, bei Gleichaltrigen Aufklärung zu betreiben, andererseits aber auch verstärkt LehrerInnen und Eltern informieren, um die Jugendlichen zu unterstützen,“ so Albert Pancic, World Vision HIV/AIDS Beauftragter in der Region, bei einem Pressegespräch in Wien.

Fortschritte seien bisher vor allem bei jenen Menschen und in jenen Regionen gemacht worden, die relativ leicht zu erreichen seien. Die größte Herausforderung steht laut World Vision jedoch noch bevor: Jene Hälfte der Bevölkerung zu erreichen, die aufgrund wirtschaftlicher, sozialer oder geographischer Umstände benachteiligt sind und deshalb bisher keinen Zugang zu Präventionswissen, Behandlung und sozialer Unterstützung hat.

Jugendliche werden zu „BotschafterInnen für eine Zukunft ohne AIDS“

Um diese Kernbotschaft zu unterstützen und dazu beizutragen, auch jene zu erreichen, die bisher keinen Zugang zu Informations-, Behandlungs- und Versorgungsleistungen hat, organisierte World Vision im Vorfeld der Internationalen AIDS-Konferenz ein Foto- und Forschungsprojekt in der Russischen Förderation und Bosnien & Herzegowina. In der Russischen Föderation sind rund 80% aller HIV-Infizierten unter 30 Jahre alt. In Bosnien ist es vor allem die als ethnische Minderheit geltende Bevölkerungsgruppe der Roma, die besonders gefährdet ist, da sie in der nationalen HIV/AIDS Strategie nicht berücksichtigt werden und daher keinen bzw. sehr beschränkten Zugang zu Präventions- und Therapiemöglichkeiten haben.

Gemeinsam mit der Organisation Photovoice und anderen lokalen Partnern, wurden betroffene Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu „Botschaftern für eine Zukunft ohne AIDS“. In Wort und Bild haben sie dokumentiert, was es bedeutet, HIV-positiv zu sein, welche Probleme sich Jugendlichen dabei stellen und welche Unterstützung benötigt wird.

Eine der Teilnehmerinnen des Fotoprojekts ist die 23-jährige Melina Halilovic aus Visoko in Bosnien. Gemeinsam mit 5 anderen Jugendlichen nimmt sie an der Jugendkonferenz der IAC teil. Nach dem Tod beider Eltern war Melina nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre kleine Schwester Murisa verantwortlich. Seit sechs Jahren arbeitet sie bereits im NGO-Sektor und setzt sich in zahlreichen Projekten in der Roma-Community von Visoko unter anderem dafür ein, dass so viele Jugendliche wie möglich erfahren, wie sie sich vor HIV schützen können. „Es ist wirklich wichtig für mich, eine Stimme für andere zu sein und dazu beizutragen, dass sich etwas verändert. Ich möchte mich für die Menschenrechte und gegen die Ausbreitung von HIV/AIDS einsetzen,“ sagt Melina bei der Präsentation der Ausstellung in Wien.

Die Fotos und Botschaften der Jugendlichen werden während der Internationalen AIDS-Konferenz in einem Ausstellungsbus durch Österreich geschickt. Unter dem Titel „Mach’ mit! Für eine Zukunft ohne AIDS“ werden die Österreicher dazu aufgefordert, auf www.worldvision.at E-Cards mit den Motiven der Jugendlichen weiterzuleiten. Eine daran angeschlossene Petition soll zu mehr Verantwortung im Kampf gegen HIV/AIDS aufrufen. Der Ausstellungsbus ist während der Internationalen AIDS-Konferenz vor dem Global Village beim Messegelände präsent.

LINKS

Überblick World Vision bei AIDS 2010:
http://worldvision.at/index.php?id=551

Programm der Kinderkonferenz:
http://www.teresagroup.ca/vienna/

Video zum Kampagnen-Kick-Off im Mai: http://www.worldvision.at/index.php?mysid=2775tkccqs78cntq0p9im4v31k1cdm...

Internationale Kampagne:
www.childhealthnow.org

World Vision | Zukunft für Kinder | www.worldvision.at

World Vision ist eine christliche Hilfsorganisation, die langfristige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Nothilfe und entwicklungspolitische Öffentlichkeitsarbeit leistet - unabhängig von Religion, Nationalität, Kultur oder Geschlecht. World Vision arbeitet mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Österreich ist Träger des österreichischen Spendengütesiegels.

Pressekontakt, redaktionelle Rückfragen & Bildmaterial

Mag. Helene Fink
DieFink | Agentur für Kommunikation & PR-Training
Mobil: 0650 56 300 88
Fax: 01-405 95 96
E-Mail: helene@diefink.at

Diana Lueger, Sängerin der Gruppe "Zweitfrau", unterstützt die World Vision Kampagne zur Weltaidskonferenz 2010 © World Vision